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Ruhigere Gangart bei deutschen Werkzeugmaschinenbestellungen
Pressemitteilungen des VDW
Ruhigere Gangart bei deutschen Werkzeugmaschinenbestellungen
22.11.2011
Umsatzzuwachs für 2011 noch besser als erwartet
Frankfurt am Main, 22. November 2011. – Nach dem Turboaufschwung der vergangenen Monate steuert die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie wieder in ruhigeres Fahrwasser. Im dritten Quartal 2011 ist der Auftragseingang um 29 Prozent gestiegen. Die Inlandsbestellungen nahmen um 33 Prozent zu, die Auslandsorders um 27 Prozent. Insgesamt hat die Nachfrage in den ersten neun Monaten 2011 um 74 Prozent angezogen. Inländische Kunden fragten 71 Prozent, ausländische Abnehmer 76 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum nach.
„Der Bestellzuwachs für das laufende Jahr ist nach wie vor herausragend“, bestätigt Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer beim VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken). Dennoch gehe die Wachstumsdynamik im Quartalsvergleich langsam zurück. Nach monatelangen zwei- bis dreistelligen Zuwächsen seien Normalisirungstendenzen absehbar gewesen. Seit Beginn des zweiten Halbjahres mache sich der Basiseffekt einer im Jahresverlauf 2010 deutlich stärkeren Referenzperiode bemerkbar.
Die gute Auftragslage hat die Kapazitätsauslastung nochmals nach oben getrieben. Mit zuletzt 95,5 Prozent im Oktober dieses Jahres arbeiten die Firmen nahe an der Vollauslastung. Der Vergleich zum vergangenen Jahr, als die Kapazitätsauslastung im Durchschnitt bei 75,4 Prozent lag, macht die Herausforderung für die Branche deutlich. Die Beschäftigung lag mit 66 865 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen im September dieses Jahres 4,4 Prozent über Vorjahr.
Das amtliche Produktionsergebnis für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie stieg nach vorläufiger Ermittlung in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 36 Prozent. „Wir werden im Gesamtjahr voraussichtlich noch besser abschneiden als bisher erwartet“, erläutert Schäfer. Der VDW rechne nunmehr für 2011 mit einem Produktionszuwachs von einem Drittel.
Angesichts anhaltender Unsicherheiten auf den Finanzmärkten und durch die Euro-Schuldenkrise haben sich die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate jedoch flächendeckend eingetrübt. „Diese exogenen Einflüsse überlagern die normale zyklische Nachfrageentwicklung“, berichtet VDW-Chef Schäfer. Jedoch werden die Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung in den Firmen stark von deren Angebots- und Kundenstruktur abhängen. Insbesondere bei Anbietern von Sondermaschinen und im Projektgeschäft mit langen Durchlaufzeiten wirke sich der hohe Auftragsbestand von zuletzt fast zehn Monaten und der anhaltende Investitionsbedarf in der Automobilindustrie und bei ihren Systemzulieferern bzw. in der Energiewirtschaft und im Flugzeugbau stabilisierend aus.
Hintergrund
Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie gehört zu den fünf größten Fachzweigen im Maschinenbau. Sie liefert Produktionstechnologie für die Metallbearbeitung in alle Industriezweige und trägt maßgeblich zu Innovation und Produktivitätsfortschritt in der Industrie bei. Durch ihre absolute Schlüsselstellung für die industrielle Produktion ist ihre Entwicklung auch ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Dynamik der gesamten Industrie. 2010 produzierte die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie mit 64 100 Beschäftigten (Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern) Maschinen und Dienstleistungen im Wert von rd. 10 Mrd. Euro.
Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW)
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